Samstag, 30. August 2008

002 Hier gibt es einen Markt!

Liebe Freunde

Langsam bin ich mich so richtig am Einleben. Mein Zimmer wird langsam wohnlich und die Küche wird Stück für Stück brauchbar gemacht. Die sanitären Anlagen entsprechen hier nicht annähernd dem schweizer Stand aber man kann sich daran gewöhnen.
Ich lebe hier zusammen mit 4 anderen Mitbewohnern. 3 davon sind Briten, eine Polin. 2 der Briten hab isch schon kennen gelernt.
  • Vinc (von Vincent), seines Zeichens Stubenhocker, TV-süchtig, selbstgefällig, ein Phlegma wie es im Buche steht. Den halben Tag läuft er im Morgenrock herum, passend dazu 2 Pantoffeln. Alles ist ihm zu anstrengend. Er schläft aus Prinzip schlecht und jede Frage ist ihm zuwieder. Das gibt er auch offen zu. Gestern hab ich mich mal für die ewige Fragerei entschuldigt (ich muss meinen Wortschatz immediately erweitern). Er meinte dann nur: ja es nervt, was solls... Er ist 24 Jahre Jung, sieht aus wie 34, tut so alsob er 44 wär.
  • Carolina, 22, still, scheu, unscheinbar. Man muss Glück haben sie zu Gesicht zu bekommen. Sie arbeitet nachts in einem Lagerhaus. Sie ist wegen ihres (mitlerweile EX-) Freundes hierhergezogen. Sie findet alles ziemlich komisch hier. Im Januar will sie zurück in ihre Heimat (ich bin sicher, keiner der Anderen weiss so viel über sie wie ihr jetzt).
  • Paul, ist in den Ferien....
  • Miles, sehr angenehm, very british, umgänglich, rothaarig, friedliebend, sanft. Kam nie aus Enland raus. Arbeitet in einer Fabrik in der Nähe. Er ist der einzige mit dem ich hier eine vernünftige Konversation führen kann.
Heute war ich ein wenig in der Stadt unterwegs. Momentan haben die hier gerade sowas wie ein Völkerfest. Man kann gratis von verschiedenen Kulturen an deren Marktständen diverse Köstlichkeiten probieren. Allerdings hab ich noch nicht so richtig hunger hier. So siehts also auf dem Marktplatz aus. Die Leute auf der Strasse sind eigentlich alle sehr zuvorkommend. Man lässt einander den Vortritt, entschuldigt sich bei etwaigen Zusammenstössen oder fragt kurz angebunden "haiä?" was soviel bedeuten soll wie: "how are you?" das entspricht wohl dem schweizerischen "grüezi".

Ich bin ja mit der Steuererklärung etwas in Verzug und deswegen bin ich in regem Mailkontakt mit einem sympathischen Fräulein der St.Galler Steuerbehörde. Sie gewährt mir freundlicherweise immer noch einen kleinen Aufschub. Natürlich hab ich die Erklärung online ausgefüllt. Trotzdem muss man ja da am Schluss noch ein Formular ausdrucken (Mist!). Niemand im Haus hat einen Drucker... was nun? Ich geh also rüber zum Supermarkt und schau mir die Drucker an. Man glaubts kaum, aber der billigste Drucker gibts für £18 !! unglaublich. Ich hab dann den zweitbilligsten genommen und ein Pack Papier (fast halb so teuer wie der Drucker). Was die Patronen kosten wollt ihr erst lieber gar nicht wissen. Trotzdem: meine Steuererklärung ist heute Morgen auf die Post gegangen, ufff...

Die öffentlichen Verkehsmittel entsprechen hier ebenfalls nicht dem schweizer Standard (wir sind verwöhnt!!). Deshalb hab ich mich heute nach einem Fahrrad umgesehen. Occasionen solls am Mottwoch auf dem Markt geben. Hier lohnt es sich irgendwie nicht was neues zu kaufen, da es erstens so was wie Veloständer nirgends gibt und zweitens niemand zur Ware Sorge trägt.
Internet haben wir hier im Hause keins, aber die Nachbarschaft hat reichlich davon. Hier wohne ich übrigens: Karte

So, jetzt wed ich mir noch meine Wekzeugkiste zusammenstellen, mein Zimmer weiter einrichten und die Küche auf Vordermann bringen.

Wir lesen uns....

Donnerstag, 28. August 2008

001 Ich bin reif für die Insel

Liebe Freunde

Die letzten Tage waren sehr turbulent, da ich nicht nur meine WG auflösen musste, sondern auch noch all die anderen Asylstätten, die sich im Laufe der Zeit so eingeschlichen hatten.
Jedenfalls bin ich heute morgen mit Mathi nach Romanshorn "geröstet" um die Fähre nach Friedrichshafen zu erwischen. Die Überfahrt hatte symbolischen Charakter, da sich das Schiff langsam aber stetig von der Schweiz entfernte und ich langsam realisierte, dass es jetzt ernst gilt.
3 Jahre also hab ich vor mir. Ich werde jetzt Geigenbauer. So schön....
Am Flughafen eröffnete mir das Fräulein, dass ich 6kg zuviel Gepäck habe. Easy dachte ich und musste dafür 110€ locker machen (ich weiss jetzt wie sich Ryanair finanziert). Das alleine ist ja schon Frust genug, aber dummerweise hab ich ja England via Irland gebucht und dies sind zwei eigene Flüge. Ich ahnte also schon, das mich dieses Übel ein zweites mal heimsuchen würde, wenn ich nicht Vorkehrungen treffen würde. In Dublin gelandet begab ich mich also erneut zum Check-In, diesmal aber mit den Hosentaschen voller schwerer Sachen. Konnte kaum noch gehen. Sie hats nicht gemerkt und ich musste diesmal nur 50€ nachzahlen. Tja aus Fehler lernt man....
Auf dem ganzen Weg nach Newark hab ich immer wieder eigenartige Sachen gesehen. Die Briten sind ja schon ein eigenes Völkchen...
Henry (mein Vermieter) hat mich abgeholt und mir mein Zimmer gezeigt. Es ist zwar klein, aber erstens sind die Anderen noch kleiner und zweitens hab ich mich an die hell-violetten Tapeten schon sooo gewöhnt.....könnte gar nicht mehr weg...
Anschliessend hat uns (wir wohnen zu fünft in der WG) Henry einen feinen Znacht eingekauft und wir sind bei ihm essen gegangen.
Jetzt bin ich hundemüde und schreibe bestimmt viele Fehler, jänu...
Danke fürs Interesse!
Morgen mehr... Gut Nacht