Am Flughafen mache ich ja bekanntlich die lustigsten Begegnungen. So auch dieses Mal, als ich nach den Weihnachtsferien mit Salvatore (er kam über Sylvester in die Schweiz) ein weiteres Mal von Friedrichshafen Richtung London flog. Erst mal hatten wir ein wenig Cabaret, da es an jenem Morgen zwei Flüge gab, und ich den einen, und Salva den anderen gebucht hatte. Wir reisen nämlich seit Kurzem wie Staatschefs aus Sicherheitsgründen nicht mit dem gleichen Flieger! Ach Blödsinn, wir hatten einfach ne schlechte Kommunikation! Wir sind dann letztendlich doch zusammen geflogen. Umbuchen wäre allerdings teurer gekommen, als ein neues Ticket zu kaufen... was soll man dazu sagen!?
Früh am Morgen sind wir also via Fähre in Romanshorn abgefahren. In der Zeitung im Restaurant der Fähre stand unter anderem auch, dass England wegen den heftigen Schneefällen sehr geplagt sei, und dass das Gas knapp werde. In Friedrichshafen angekommen, marschierten wir rasch zum Bahnhof. Salva hatte einen Lachanfall als er folgende Zugsbezeichnung las: "Friedrichshafen, Hafen => Friedrichshafen, Flughafen". Ich kann es ihm aus linguistischer Sicht nicht verdenken.
Da wir Gepäck zum aufgeben hatten, wollten wir zeitig am Schalter sein. Bei der Handgepäcks-Kontrolle, wurde mein Rucksack speziell nach Sprengstoff untersucht und ich musste die Ergebnisse abwarten, dabei hätten sie mich ja einfach fragen können, ob ich Dynamit dabei habe. Aber heute traut ja Keiner Keinem mehr.... Nach einem ganzen Weilchen am Gate - Salva und ich sassen wie ein altes Ehepärchen auf dem Stahlbänkchen und starrten Richtung Piste - kam plötzlich die Durchsage, dass unser Flugzeug jetzt in London gestartet sei. Komisch, eigentlich müssten wir doch jetzt Borden?! Da es ja offensichtlich noch eine Weile dauerte, wollte ich etwas Nahrung besorgen und kämpfte ich rückwärts vom Gate her durch die Kontrollen Richtung Eingangshalle, wo es diesen Würstchenstand gab. Die Leute hatten eigentlich Verständnis und es war kein Problem. Dummerweise hab ich beim mich-mit-Nahrungsmitteln-eindecken nicht daran gedacht, dass ich mit den Getränkeflaschen auf keinen Fall wieder zu Salva vorstossen könnte. Da stand ich nun, ich armer Tor, und war so hungrig, als wie zuvor. Die Securities hatten nur ein Lächeln übrig. Wir vereinbarten, dass ich Salva, der unser Gepäck bewachte, kurz informieren geh über die Situation, dann komme ich zurück, esse und trinke, und dann lösen wir uns gegenseitig ab. Es war ein Cabaret, wirklich. Komplizierter hätten wir es nicht veranstalten können. Wenigstens heiterten wir die Gemüter ungeduldigen Zeitgenossen mit den stoischen Blicken etwas auf. Bis wir fertig waren, war dann der Flieger auch schon da, unglaublich, oder? Bevor wir starten konnten, fuhr noch ein Feuerwehrfahrzeug vor, mit einem Wasserwerfer. Es besprühte die Tragflächen unserer Maschine mit einer gelblichen Flüssigkeit, wohl irgend ein anti-gefrier-Wässerchen.
Kurz vor der Landung in Stansted war ich natürlich gespannt, wieviel Schnee denn nun da unten liegt. Immerhin ist ja der Eurotunnel zwei mal(!) eingefroren....wie peinlich!! Als wir landeten, sah ich mit erstaunen die Gras-Spitzen unter dem Schnee hervorgucken. Tiefer Winter... na klar... aus englischer Sicht... Der Flughafen schien recht leer. Fast keine Arbeitenden. Nur wenige an der Passkontrolle. Hinter der Passkontrolle wird normalerweise das Gepäck in Empfang genommen. Aber da Standen die Menschen wie Schafe und warteten auf ihr Gepäck. Einige hatten es sich bereits am Boden oder auf den Transportbändern gemütlich gemacht. Alle schauten sie in Richtung Anzeigetafeln, aber nichts änderte sich. Da war so eine Frau um die 40ig, die hatte ständig ein Lächeln auf dem Gesicht. Ich lächelte mal zurück und gleich nochmal. Salvatore wars warscheinlich ein wenig peinlich. Plötzlich kam die Frau zu uns hinüber und wir haben angefangen uns zu unterhalten. Es war eine deutsche Künstlerin, die seit mehr als 10 Jahren in London lebt. Irgendwie eine Mischung aus Neuhippie, Besserwisser und Esoterik. Bin nicht ganz schlau geworden aus ihr. Egal, nach ca 40 Minuten kam etwas Leben ins Spiel. Ein Flug von zehn ausstehenden wurde einem Förderband zugewiesen. Und schon bald der nächste... und der Nächste. Schliesslich kamen wir zu unserem Gepäck. Wir verabschiedeten uns freundlich und eilten Richtung Züge hinunter. Da versperrte und allerdings ein Transparent den Weg "Heute keine Züge ab Stansted. Ersatzbusse stehen bereit!" Na toll, alles wieder hinauf und raus zu den Bussen. Dort erwartete uns das Chaos. Vierzig Busse, hunderte von Leuten die versuchen irgendwie an Informationen zu kommen, gestresstes Personal, die Ursuppe für Desorientierung schlechthin. Fast wie durch ein Wunder (es fehlte nur noch der Chor im Hintergrund), stand da dieser grosse Busfahrer. Wir fragten eilig wo denn der Bus nach Peterborough abfährt. "Dahin gibt's keinen Bus", meinte er und ich fand das gar nicht lustig. "Aber der Zug fährt dahin! Unten, Gleis 2!" Ich erwiderte, dass die aber heute alle ausfielen und er meinte, dieser sei eben der Einzige, der noch fahre. Froh über diese Information und gleichzeitig etwas unfroh über die Art und Weise, wie hier auf der Insel informiert wird, rannten wir wieder hinunter, quetschten uns am Info-Schild vorbei und siehe da, wir waren nicht die einzigen. Da warteten bereits eine Schar von eher jungen Leuten auf den Zug der natürlich Verspätung hatte...
Kurz vor der Landung in Stansted war ich natürlich gespannt, wieviel Schnee denn nun da unten liegt. Immerhin ist ja der Eurotunnel zwei mal(!) eingefroren....wie peinlich!! Als wir landeten, sah ich mit erstaunen die Gras-Spitzen unter dem Schnee hervorgucken. Tiefer Winter... na klar... aus englischer Sicht... Der Flughafen schien recht leer. Fast keine Arbeitenden. Nur wenige an der Passkontrolle. Hinter der Passkontrolle wird normalerweise das Gepäck in Empfang genommen. Aber da Standen die Menschen wie Schafe und warteten auf ihr Gepäck. Einige hatten es sich bereits am Boden oder auf den Transportbändern gemütlich gemacht. Alle schauten sie in Richtung Anzeigetafeln, aber nichts änderte sich. Da war so eine Frau um die 40ig, die hatte ständig ein Lächeln auf dem Gesicht. Ich lächelte mal zurück und gleich nochmal. Salvatore wars warscheinlich ein wenig peinlich. Plötzlich kam die Frau zu uns hinüber und wir haben angefangen uns zu unterhalten. Es war eine deutsche Künstlerin, die seit mehr als 10 Jahren in London lebt. Irgendwie eine Mischung aus Neuhippie, Besserwisser und Esoterik. Bin nicht ganz schlau geworden aus ihr. Egal, nach ca 40 Minuten kam etwas Leben ins Spiel. Ein Flug von zehn ausstehenden wurde einem Förderband zugewiesen. Und schon bald der nächste... und der Nächste. Schliesslich kamen wir zu unserem Gepäck. Wir verabschiedeten uns freundlich und eilten Richtung Züge hinunter. Da versperrte und allerdings ein Transparent den Weg "Heute keine Züge ab Stansted. Ersatzbusse stehen bereit!" Na toll, alles wieder hinauf und raus zu den Bussen. Dort erwartete uns das Chaos. Vierzig Busse, hunderte von Leuten die versuchen irgendwie an Informationen zu kommen, gestresstes Personal, die Ursuppe für Desorientierung schlechthin. Fast wie durch ein Wunder (es fehlte nur noch der Chor im Hintergrund), stand da dieser grosse Busfahrer. Wir fragten eilig wo denn der Bus nach Peterborough abfährt. "Dahin gibt's keinen Bus", meinte er und ich fand das gar nicht lustig. "Aber der Zug fährt dahin! Unten, Gleis 2!" Ich erwiderte, dass die aber heute alle ausfielen und er meinte, dieser sei eben der Einzige, der noch fahre. Froh über diese Information und gleichzeitig etwas unfroh über die Art und Weise, wie hier auf der Insel informiert wird, rannten wir wieder hinunter, quetschten uns am Info-Schild vorbei und siehe da, wir waren nicht die einzigen. Da warteten bereits eine Schar von eher jungen Leuten auf den Zug der natürlich Verspätung hatte...
...(was danach geschah erscheint ein ander Mal unter dem Titel "Das ganze Leben in einem Rucksack")
Bis zum nächsten Mal!!
Euer Gabriel
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