Liebe Freunde
Da ich grad viel zu tun habe sende ich Euch einen Link mit Fotos von den letzten Arbeiten. Einige Fotos müssten sich wohl mithilfe des letzten Berichts selbst erklären.
Hier der Link
Viel Spass
Mittwoch, 10. September 2008
Dienstag, 9. September 2008
008 Ich komme gut voran
Liebe Freunde
Die letzten zwei Tage war ich sehr produktiv im Workshop (Werkstatt). Montags haben wir jeweis von mittags bis abends 8Uhr Unterricht. Das sind sich viele nicht gewöhnt aber ich merks grad gar nicht vor lauter Freude =)
Ich hab ja dieses Template (schwarze Schablone) fertig gestellt. Ein zweites kommt dazu, welches von der Aussenkante des Ersten ca. 3,5mm nach innen versetzt zugeschnitten wird. Anhand dieses "inside template" wird dann die "mould" (das Formbrett) hergestellt. Ich hab natürlich Vollgas gegeben und immer darauf geachtet, dass ich auch präzise arbeite. Ich geb mir Mühe immer pünktlich zu sein und gute Fragen zu stellen (fast wie ein kleiner Streber). Das Formbrett hab ich jetzt bereits ausgesägt (natürlich von Hand). Die Art und Weise wie die Leute hier dann die genaue "shape" (Aussenkante) anpeilen find ich nicht so optimal. Um der Aussenlinie des Formbretts entlang eine präzise 90°-Kante zu haben, hobeln sich die meisten einen Klotz zurecht und heften mit einer Schraubzwinge eine Feile an die eine Fläche. Mit der 90° versetzten Fläche gleiten sie dann entlang des Formbrettes und tragen somit nur im 90°-Winkel Material ab. Unglücklicherweise verspüre ich bei dieser Methode so ein Zucken im ZNS (ZentralNervenSystem) und deswegen hab ich mir heute ein "tool" (Werkzeug) gebastelt.
Im Wesentlichen ist es einen Holzzapfen in dem ein Bohrer zentrisch fixiert ist. Im Zapfen befindet sich ein kleiner Schlitz in dem sich Schmirgeltuch einspannen lässt. Spannt man diesen Zapfen in die Ständerbohrmaschine und fixiert die Grundplatte knapp unter dem Zapfen, kann man gemütlich mit dem Formbrett dem sich schnell drehenden Zapfen entlang fahren ohne sich die Hände mit Zwinge, Klotz, Kork und Feile (sieht wirklich hanebüchen aus) wund zu schürfen. Ich denke Stradivari hätte das auch nicht so gemacht. Sehr wahrscheinlich wäre ihm eh etwas noch viel Besseres eingefallen. Ich bin ja auch noch am Lernen.
In Zukunft vermeide ich solch detailliert technische Erklärungen wohl eher, aber hatte leider grad keine Kamera zur Hand.
Um 9.30PM steigt in der Stadt noch ne "jam session". Wird sicher wieder ähnlich friedlich wie am Sonntag.
Schönen Abend wünsch ich Euch allen!!
Die letzten zwei Tage war ich sehr produktiv im Workshop (Werkstatt). Montags haben wir jeweis von mittags bis abends 8Uhr Unterricht. Das sind sich viele nicht gewöhnt aber ich merks grad gar nicht vor lauter Freude =)
Ich hab ja dieses Template (schwarze Schablone) fertig gestellt. Ein zweites kommt dazu, welches von der Aussenkante des Ersten ca. 3,5mm nach innen versetzt zugeschnitten wird. Anhand dieses "inside template" wird dann die "mould" (das Formbrett) hergestellt. Ich hab natürlich Vollgas gegeben und immer darauf geachtet, dass ich auch präzise arbeite. Ich geb mir Mühe immer pünktlich zu sein und gute Fragen zu stellen (fast wie ein kleiner Streber). Das Formbrett hab ich jetzt bereits ausgesägt (natürlich von Hand). Die Art und Weise wie die Leute hier dann die genaue "shape" (Aussenkante) anpeilen find ich nicht so optimal. Um der Aussenlinie des Formbretts entlang eine präzise 90°-Kante zu haben, hobeln sich die meisten einen Klotz zurecht und heften mit einer Schraubzwinge eine Feile an die eine Fläche. Mit der 90° versetzten Fläche gleiten sie dann entlang des Formbrettes und tragen somit nur im 90°-Winkel Material ab. Unglücklicherweise verspüre ich bei dieser Methode so ein Zucken im ZNS (ZentralNervenSystem) und deswegen hab ich mir heute ein "tool" (Werkzeug) gebastelt.
Im Wesentlichen ist es einen Holzzapfen in dem ein Bohrer zentrisch fixiert ist. Im Zapfen befindet sich ein kleiner Schlitz in dem sich Schmirgeltuch einspannen lässt. Spannt man diesen Zapfen in die Ständerbohrmaschine und fixiert die Grundplatte knapp unter dem Zapfen, kann man gemütlich mit dem Formbrett dem sich schnell drehenden Zapfen entlang fahren ohne sich die Hände mit Zwinge, Klotz, Kork und Feile (sieht wirklich hanebüchen aus) wund zu schürfen. Ich denke Stradivari hätte das auch nicht so gemacht. Sehr wahrscheinlich wäre ihm eh etwas noch viel Besseres eingefallen. Ich bin ja auch noch am Lernen.
In Zukunft vermeide ich solch detailliert technische Erklärungen wohl eher, aber hatte leider grad keine Kamera zur Hand.
Um 9.30PM steigt in der Stadt noch ne "jam session". Wird sicher wieder ähnlich friedlich wie am Sonntag.
Schönen Abend wünsch ich Euch allen!!
Montag, 8. September 2008
007 Jam Session
Ein "Bettmümpfeli"
Ich komme gerade von einer Jam Session zurück. Da waren ganz viele Leute der Geigenbau- und Gitarrenbauschule. 80% Franzosen aber auch Iren , Deutsche und Engländer. Da ist ja richtig die Post abgegangen! Alter Schwede hat das Spass gemacht. Alle haben auswendig gespielt. Einer beginnt mit einer Melodie und die Anderen steigen ein, einfach so. Viele Geigen, eine Tin Whistel, ne Querflöte, ein Buzuki und sogar eine Drehleier haben ihr Bestes gegeben. Vreni hätte ganz sicher ihre Freude daran gehabt. Nebenan haben die Neo-Hippies an ihrem Schal "gelismet" aber die meisten haben vor allem nur gestaunt. Das Tempo mit dem da einige Leute aufgefahren sind war einfach atemberaubend! Bin ganz erfüllt.
Wünsche allen eine gute Woche!
Ich komme gerade von einer Jam Session zurück. Da waren ganz viele Leute der Geigenbau- und Gitarrenbauschule. 80% Franzosen aber auch Iren , Deutsche und Engländer. Da ist ja richtig die Post abgegangen! Alter Schwede hat das Spass gemacht. Alle haben auswendig gespielt. Einer beginnt mit einer Melodie und die Anderen steigen ein, einfach so. Viele Geigen, eine Tin Whistel, ne Querflöte, ein Buzuki und sogar eine Drehleier haben ihr Bestes gegeben. Vreni hätte ganz sicher ihre Freude daran gehabt. Nebenan haben die Neo-Hippies an ihrem Schal "gelismet" aber die meisten haben vor allem nur gestaunt. Das Tempo mit dem da einige Leute aufgefahren sind war einfach atemberaubend! Bin ganz erfüllt.
Wünsche allen eine gute Woche!
Sonntag, 7. September 2008
006 Der Pokerclub
Liebe Freunde
Gestern hats vor allem geregnet. Erst gegen Abend hat der Niederschlag allmählich nachgelassen. Trotzdem ging ich mit meinem tollen Bike "zünftig" einkaufen. Meistens geh ich zu Waitrose, einem qualitativ hochstehenden Supermarkt. Dafür sind die Preise entsprechend. Aber man nimmt sich beim Shoppen auch mehr Zeit und schaut genauer hin was man kauft und eventuell woher es kommt oder wie es produziert wurde. Jedenfalls hab ich da immer Mühe mit Bezahlen. Schon letztes Mal wurde meine Karte nicht akzeptiert. Aber gleich daneben hats einen "cashpoint" oder Bankomat wie wir sagen. Bei Waitrose hab ich auch ein feines Wach-Öl gefunden mit Bienenwachs und Orangenöl. Das brauche ich um die hergestellten Griffe damit zu polieren. Hmm wie das duftet...
Seit Tagen versuche ich hier in Newark ein Bankkonto zu eröffnen, da ich einerseits Schweizer bin und ich dann andererseits nicht ständig irgendwelche Gebühren entrichten muss wenn ich mal Geld brauche (5.- pro Geldabheben und 1% vom Warenwert bei EC-Direct!!). Aber die Banken brauchen sowas wie ne Wohnsitzbestätigung. Diese kriegt man in der Regel nur wenn man eine Bankkonto hat. Ihr seht das Dilemma. Glücklicherweise akzeptiert man hier - da keine Einwohnerkontrolle - beispielsweise auch eine an mich adressierte Rechnung eines staatlichen Unternehmens wie dem Elektrizitäts- oder Gaswerk. Leider bekomme ich dieses Dokument nicht, da ich nur Untermieter bin. Da gibt es aber noch ein Schlupfloch und zwar meine schweizer Bank. Die kann nämlich bestätigen dass sie mit mir eine "geschäftliche" Beziehung führt und für genau diesen Zweck dieses Formular erstellt. Das kostet dann 100.- (!) und wird nur an meine schweizer Adresse versandt. Und somit ist es der englischen Bank wieder zu wenig, da sie explizit....usw... Ein endloser Bürokratenkrieg. Ich hab dann unzählige Male mit meiner Bank telefoniert und schlussendlich haben wir uns darauf geeinigt, dass sie mir an meine UK-Adresse eine Jahresend-Abrechnung 2007 schicken könnten. Dies aber nur auf ein schriftliches Verlangen hin (FAX gilt nicht, Email ist zu unsicher, Telefon sowieso, SMS hab ich gar nicht erst gefragt). Jetzt hab ich also einen Geschäftsbrief aufgesetzt mit der oben erwähenten Bitte. Ich hoffe nur, dass das gute Fräulein mein Begehren auch versteht und ich kein einziges Detail ausgelassen habe, sonst beginnt der Zirkus wieder von vorne *heul!*
Am späteren Nachmittag hab ich mich dann sogar noch handarbeitlich betätigt. Hab mir bei Wilkinson Nadel und Faden besorgt und mir ein paar Löcher in meiner geliebten Baumwolljacke "gewiflet". Ich kann das (wusste ich auch nicht)! Mamma wäre bestimmt stolz auf mich.
Am Abend wurde ich von Jörg (im 2. Jahr) zum Pokern eingeladen. Jörg ist 43 Jahre alt, kommt von Berlin und hatte sein eigenes Fliesen-und-Bodenbeläge Geschäft. Er wohnt zusammen mit Steffi die er in November heiraten wird. Sie ist auch Geigenabuerin und kommt ursprünglich auch aus Berlin. Die Beiden haben oberhalb eines Maklergeschäfts eine hübsche Wohnung mit viel Lichteinfall. In deren Küche sollte dann also der Pokerabend steigen. Es kamen noch Max (Sohn eines Geigenbauers, mit mir in der Klasse, D), Silvia und Alisa (beide im 2. Jahr, D). Das Pokern steht eigentlich nicht so im Vordergrund, sondern die Geselligkeit. Es war also eine richtig deutsche Runde (ich als Schweizer bin ja neutral). Tut mal genz gut zwischendurch wenigstens deutsch zu sprechen, wenn auch nicht Dialekt. Die Gespräche sind wie immer sehr spannend, aber davon zu berichten würde den Rahmen jetzt sprengen. Jedenfalls kann ich pokern (also ich kenne die Regeln) und hab den Kontakt zur deutschen Sippe etwas gefunden. Ist doch schön oder?
Schönes Wochenende Euch allen!
Gestern hats vor allem geregnet. Erst gegen Abend hat der Niederschlag allmählich nachgelassen. Trotzdem ging ich mit meinem tollen Bike "zünftig" einkaufen. Meistens geh ich zu Waitrose, einem qualitativ hochstehenden Supermarkt. Dafür sind die Preise entsprechend. Aber man nimmt sich beim Shoppen auch mehr Zeit und schaut genauer hin was man kauft und eventuell woher es kommt oder wie es produziert wurde. Jedenfalls hab ich da immer Mühe mit Bezahlen. Schon letztes Mal wurde meine Karte nicht akzeptiert. Aber gleich daneben hats einen "cashpoint" oder Bankomat wie wir sagen. Bei Waitrose hab ich auch ein feines Wach-Öl gefunden mit Bienenwachs und Orangenöl. Das brauche ich um die hergestellten Griffe damit zu polieren. Hmm wie das duftet...
Seit Tagen versuche ich hier in Newark ein Bankkonto zu eröffnen, da ich einerseits Schweizer bin und ich dann andererseits nicht ständig irgendwelche Gebühren entrichten muss wenn ich mal Geld brauche (5.- pro Geldabheben und 1% vom Warenwert bei EC-Direct!!). Aber die Banken brauchen sowas wie ne Wohnsitzbestätigung. Diese kriegt man in der Regel nur wenn man eine Bankkonto hat. Ihr seht das Dilemma. Glücklicherweise akzeptiert man hier - da keine Einwohnerkontrolle - beispielsweise auch eine an mich adressierte Rechnung eines staatlichen Unternehmens wie dem Elektrizitäts- oder Gaswerk. Leider bekomme ich dieses Dokument nicht, da ich nur Untermieter bin. Da gibt es aber noch ein Schlupfloch und zwar meine schweizer Bank. Die kann nämlich bestätigen dass sie mit mir eine "geschäftliche" Beziehung führt und für genau diesen Zweck dieses Formular erstellt. Das kostet dann 100.- (!) und wird nur an meine schweizer Adresse versandt. Und somit ist es der englischen Bank wieder zu wenig, da sie explizit....usw... Ein endloser Bürokratenkrieg. Ich hab dann unzählige Male mit meiner Bank telefoniert und schlussendlich haben wir uns darauf geeinigt, dass sie mir an meine UK-Adresse eine Jahresend-Abrechnung 2007 schicken könnten. Dies aber nur auf ein schriftliches Verlangen hin (FAX gilt nicht, Email ist zu unsicher, Telefon sowieso, SMS hab ich gar nicht erst gefragt). Jetzt hab ich also einen Geschäftsbrief aufgesetzt mit der oben erwähenten Bitte. Ich hoffe nur, dass das gute Fräulein mein Begehren auch versteht und ich kein einziges Detail ausgelassen habe, sonst beginnt der Zirkus wieder von vorne *heul!*
Am späteren Nachmittag hab ich mich dann sogar noch handarbeitlich betätigt. Hab mir bei Wilkinson Nadel und Faden besorgt und mir ein paar Löcher in meiner geliebten Baumwolljacke "gewiflet". Ich kann das (wusste ich auch nicht)! Mamma wäre bestimmt stolz auf mich.
Am Abend wurde ich von Jörg (im 2. Jahr) zum Pokern eingeladen. Jörg ist 43 Jahre alt, kommt von Berlin und hatte sein eigenes Fliesen-und-Bodenbeläge Geschäft. Er wohnt zusammen mit Steffi die er in November heiraten wird. Sie ist auch Geigenabuerin und kommt ursprünglich auch aus Berlin. Die Beiden haben oberhalb eines Maklergeschäfts eine hübsche Wohnung mit viel Lichteinfall. In deren Küche sollte dann also der Pokerabend steigen. Es kamen noch Max (Sohn eines Geigenbauers, mit mir in der Klasse, D), Silvia und Alisa (beide im 2. Jahr, D). Das Pokern steht eigentlich nicht so im Vordergrund, sondern die Geselligkeit. Es war also eine richtig deutsche Runde (ich als Schweizer bin ja neutral). Tut mal genz gut zwischendurch wenigstens deutsch zu sprechen, wenn auch nicht Dialekt. Die Gespräche sind wie immer sehr spannend, aber davon zu berichten würde den Rahmen jetzt sprengen. Jedenfalls kann ich pokern (also ich kenne die Regeln) und hab den Kontakt zur deutschen Sippe etwas gefunden. Ist doch schön oder?
Schönes Wochenende Euch allen!
Samstag, 6. September 2008
005 Eine Woche Schule ist um
Liebe Freunde
Es ist Freitag Abend und somit auch Zeit meinen Blog wieder etwas zu füllen denn schliesslich ist ne Menge passiert in der Zwischenzeit. Fangen wir hinten an. Ich war heute (obschon frei) in der Schule und hab am Griff für eines meiner Messer gearbeitet. Die Schule ist wirklich sehr offen organisiert. Ich geh einfach in ein Schulzimmer rein und nehm mir eine freie Werkbank. Das darf ich auch wenn eine Klasse darin Unterricht hat. Selbst der Lehrer dieser Klasse wird auf mich eingehen wenn ich ein Problem oder Fragen habe. Und sonst sind da auch noch 6 andere Lehrer oder Studenten da, die einem gerne weiterhelfen. Die Atmosphäre ist wirklich einzigartig. Hab ja auch Tech-Luft im 3000 Seelen FH-Dorf in Winterthur geschnuppert und muss schon sagen dass diese beiden Systeme überhaupt nicht zu vergleichen sind.
Am Nachmittag lernte ich einen ehemaligen Schweizer kennen der in England lebt seit ich auf der Welt bin. Ein Berner. Aber er wollte aus Prinzip kein Wort schweizerdeutsch mit mir reden. Keine Ahnung was ihn hierher verschlagen hat. Er meinte er könne sich auch nicht mehr sinnvoll ausdrücken. Verstehen tue er allerdings noch recht gut. Man merkt ihm den Akzent auch irgendwie an. Ich gebe mir Mühe so akzentfrei wie möglcih zu sprechen und zwar englisch, deutsch und auch französisch (eine echte Herausforderung)!
Vorgestern war ich auf dem Auktionsmarkt gleich hinter dem Castel auf der anderen Seiter der Trent (hiesiger Fluss). Da geht es zu und her wie auf einem Viehmarkt (stell ich mir jedenfalls so vor). Es herrscht ein reges Treiben und Jedermann brint den letzten "Plunder" her, den ich persönlich als absolut unverkäuflich weil unbrauchbar einstufen würde. Aber falsch gedacht. Auf diesem Markt wird einfach alles irgendwie verkauft. Das System zu beobachen macht richtig Spass. Ich war ja eigentlich wegen eines Farrads da und wurde auch fündig. Da war eine dichte Menschenmenge um einen Haufen aufeinandergestapelte Fahrräder oder Teile davon. Dann waren da zwei Männer, der eine war der "Auktionist" (er schrie die Preise in die Umgebung hinaus und wenn man ihm zublinzelte oder ihn am Ärmel zupfte, dann war man mit einem Pfund mehr wieder im Rennen) und der Andere war der "Hochhalter" (Fahrrad so hoch halten dass es alle sehen können). Zuerst musste ich mich mal nach vorne kämpfen bis ich die guten Stücke überhaupt zu Gesicht bekam. Dann hab ich angefangen mitzubieten. Das war so lustig. Die einen nehmen das total ernst und verstecken sich unter ihrem Baseball-Cap damit der Nachbar nicht sieht ob er gerade mitgeboten hat oder nicht. Da war auch ein Rennvelo. Der Auktionist beginnt immer mit 5 Pfund. Wenn niemand einsteigt geht er runter auf 4, dann 3. Spätestens jetzt hält es einer nicht mehr aus und die ganze Truppe folgt ihm. In wenigen Sekunden sind wir auf 10, 12 Pfund. Dann wirds langsamer (die Sache mit dem Eintreffen des Zahltags, sprich anfang Monat oder ende Monat, spielt hier allgemein ne riesen Rolle). Der Renner hat mir echt gut gefallen. Ich bot also mit. Ein Herr um die 40 auf der anderen Seite auch. Wir haben uns gegenseitig hochgeschaukelt. Es war so spannend, echt! Bei 20 bin ich ausgestiegen und er hats dann bekommen. Trotzdem muss man sich vorstellen, dass 20 Pfund gerade mal etwas mehr als 40 Franken sind, also eigentlich Nichts für ein intaktes Rad.
- Es gibt hier im Gegensatz zu der Schweiz merkwürdige Unterschiede, z.B. Luft an der Tankstelle kostet hier etwas oder fast alle Artikel im Laden sind irgendwie heruntergesetzt oder es gibt massenhaft "special offers" im Sinn von :kaufe eines und nimm noch ein zweites gratis! Die Milch ist scheusslich. Ich Kaufe nur noch BIO (das heisst hier übrigens "organic"). Die hat dann sogar noch eine schöne Rahmschicht oben auf. -
Jetzt bin ich aber abgeschweift. Ich wollte ja ein Fahhrrad kaufen. Dann hab ich eines gesehen ausserhalb dieser Auktion bei einem Händler. Aber bevor ich das kaufen konnte brauchte ich ein Schloss, denn wenn ich mit dem Fahhrad zu einem Laden fahren würde um ein Schloss zu kaufen wär ich nachher ohne Fahrrad aber mit Schloss unterwegs. Mein Lehrer hat mir erzählt, dass man hier besser immer beide Räder auch mit dem Rahmen um eine Stassenlampe binde. Sogar dann sei ihm mal der Sattel geklaut worden (!). Ich hab jetzt also ein Hübsches Bike für £35 gekauft und bin sehr zufrieden!
Hier meine ersten Arbeiten:
Es ist Freitag Abend und somit auch Zeit meinen Blog wieder etwas zu füllen denn schliesslich ist ne Menge passiert in der Zwischenzeit. Fangen wir hinten an. Ich war heute (obschon frei) in der Schule und hab am Griff für eines meiner Messer gearbeitet. Die Schule ist wirklich sehr offen organisiert. Ich geh einfach in ein Schulzimmer rein und nehm mir eine freie Werkbank. Das darf ich auch wenn eine Klasse darin Unterricht hat. Selbst der Lehrer dieser Klasse wird auf mich eingehen wenn ich ein Problem oder Fragen habe. Und sonst sind da auch noch 6 andere Lehrer oder Studenten da, die einem gerne weiterhelfen. Die Atmosphäre ist wirklich einzigartig. Hab ja auch Tech-Luft im 3000 Seelen FH-Dorf in Winterthur geschnuppert und muss schon sagen dass diese beiden Systeme überhaupt nicht zu vergleichen sind.
Am Nachmittag lernte ich einen ehemaligen Schweizer kennen der in England lebt seit ich auf der Welt bin. Ein Berner. Aber er wollte aus Prinzip kein Wort schweizerdeutsch mit mir reden. Keine Ahnung was ihn hierher verschlagen hat. Er meinte er könne sich auch nicht mehr sinnvoll ausdrücken. Verstehen tue er allerdings noch recht gut. Man merkt ihm den Akzent auch irgendwie an. Ich gebe mir Mühe so akzentfrei wie möglcih zu sprechen und zwar englisch, deutsch und auch französisch (eine echte Herausforderung)!
Vorgestern war ich auf dem Auktionsmarkt gleich hinter dem Castel auf der anderen Seiter der Trent (hiesiger Fluss). Da geht es zu und her wie auf einem Viehmarkt (stell ich mir jedenfalls so vor). Es herrscht ein reges Treiben und Jedermann brint den letzten "Plunder" her, den ich persönlich als absolut unverkäuflich weil unbrauchbar einstufen würde. Aber falsch gedacht. Auf diesem Markt wird einfach alles irgendwie verkauft. Das System zu beobachen macht richtig Spass. Ich war ja eigentlich wegen eines Farrads da und wurde auch fündig. Da war eine dichte Menschenmenge um einen Haufen aufeinandergestapelte Fahrräder oder Teile davon. Dann waren da zwei Männer, der eine war der "Auktionist" (er schrie die Preise in die Umgebung hinaus und wenn man ihm zublinzelte oder ihn am Ärmel zupfte, dann war man mit einem Pfund mehr wieder im Rennen) und der Andere war der "Hochhalter" (Fahrrad so hoch halten dass es alle sehen können). Zuerst musste ich mich mal nach vorne kämpfen bis ich die guten Stücke überhaupt zu Gesicht bekam. Dann hab ich angefangen mitzubieten. Das war so lustig. Die einen nehmen das total ernst und verstecken sich unter ihrem Baseball-Cap damit der Nachbar nicht sieht ob er gerade mitgeboten hat oder nicht. Da war auch ein Rennvelo. Der Auktionist beginnt immer mit 5 Pfund. Wenn niemand einsteigt geht er runter auf 4, dann 3. Spätestens jetzt hält es einer nicht mehr aus und die ganze Truppe folgt ihm. In wenigen Sekunden sind wir auf 10, 12 Pfund. Dann wirds langsamer (die Sache mit dem Eintreffen des Zahltags, sprich anfang Monat oder ende Monat, spielt hier allgemein ne riesen Rolle). Der Renner hat mir echt gut gefallen. Ich bot also mit. Ein Herr um die 40 auf der anderen Seite auch. Wir haben uns gegenseitig hochgeschaukelt. Es war so spannend, echt! Bei 20 bin ich ausgestiegen und er hats dann bekommen. Trotzdem muss man sich vorstellen, dass 20 Pfund gerade mal etwas mehr als 40 Franken sind, also eigentlich Nichts für ein intaktes Rad.
- Es gibt hier im Gegensatz zu der Schweiz merkwürdige Unterschiede, z.B. Luft an der Tankstelle kostet hier etwas oder fast alle Artikel im Laden sind irgendwie heruntergesetzt oder es gibt massenhaft "special offers" im Sinn von :kaufe eines und nimm noch ein zweites gratis! Die Milch ist scheusslich. Ich Kaufe nur noch BIO (das heisst hier übrigens "organic"). Die hat dann sogar noch eine schöne Rahmschicht oben auf. -
Jetzt bin ich aber abgeschweift. Ich wollte ja ein Fahhrrad kaufen. Dann hab ich eines gesehen ausserhalb dieser Auktion bei einem Händler. Aber bevor ich das kaufen konnte brauchte ich ein Schloss, denn wenn ich mit dem Fahhrad zu einem Laden fahren würde um ein Schloss zu kaufen wär ich nachher ohne Fahrrad aber mit Schloss unterwegs. Mein Lehrer hat mir erzählt, dass man hier besser immer beide Räder auch mit dem Rahmen um eine Stassenlampe binde. Sogar dann sei ihm mal der Sattel geklaut worden (!). Ich hab jetzt also ein Hübsches Bike für £35 gekauft und bin sehr zufrieden!
Hier meine ersten Arbeiten:
- eine Schablone einer Strad aus der goldenen Periode
- Mein Werkbank für diese Woche (Mann bekommt jede Woche einen neuen Arbeitsplatz zugewiesen. Das hat mehrere Gründe. Zwei davon sind sicher, dass man einerseits alle Mitschüler etwas kennenlernt aber sich andererseits auch an die unterschiedlichen Lichtverhältnisse gewöhnen lernt)
- Eines der Schulzimmer
- und ein Griff für eines meiner Messer
Dienstag, 2. September 2008
004 Ich leb mich langsam ein
In dieser WG geb ich in Sachen Sauberkeit ziemlich den Ton an. Zumindest was die "public areas" angeht. Dafür putze ich auch alles. Aber seit ich mit Timo zusammen gelebt habe (es war eine wundervolle Zeit) weiss ich wie wichtig eine saubere Küche ist. Nicht dass mir dies Mutter nicht auch beigebracht hätte, aber wenn man's von einem Freund nochmal so richtig eingetrichtert bekommt... das sitzt dann schon tiefer. Jedenfalls hab ich kumuliert sicher schon einen ganzen Tag in dieser Küche mit putzen verbracht. Es ist doch so, wir sind fünf Leute und jeder hat sein Zeug. Drei davon sind ganz still und scheu und einer macht sich einfach breit. Jetzt fehlt nur noch der Revoluzer Bole, der alles über den Haufen wirft. Ja, ich werfe Strukturen um und bringe neuen Wind in die Bude aber ich bin sicher dass schlussendlich alle damit zufrieden sind.
Da wir heute frei haben um noch eine ganz Liste an Dingen zu organisieren, hab ich etwas ausgeschlafen. Danach ging ich in die Stadt. Mir fehlte noch ein Ordner, ein Pinsel, ein Stück Seife, eine Schürze, ein Minenbleistift (auf englisch: mechanischer Bleistift) und ein Stück Kunststoff um eine kleine Geigenschablone für Anschauungszwecke nachzubilden. Beim Einkaufen traf ich Lucy. Sie ist Französin und auch in meiner Klasse. Sie hat sowas wie Innenarchitektur studiert und zuletzt Prototypen für eine Möbelfirma in Paris hergestellt. Wir haben uns bei einem Blätterteig-mit-Gemüse-was-auch-immer am Rande des Marktplatzes darüber unterhalten, wie es dazu kam, einfach alles hinzuschmeissen und sich etwas ganz Neuem zu widmen. Dabei ging es auch um die Angst vor dem Schritt aus einer klar strukturierten Lebenssituation heraus einfach wegzugehen und neu zu beginnen. An einem Ort, den man nicht kennt, mit Leuten aus anderen Kulturen (nicht zu unterschätzender Punkt), wo man eine andere Sprache spricht, andere Gewohnheiten pflegt. Eigentlich ein Sprung ins kalte Wasser ( à-pro-pos: wir haben einen Surfer in der Klasse, der jeweils oben in Schottland surft!!).
Anschliessend haben wir die Neuankömmlinge des Foundation-Cours (die ganz Neuen) etwas begutachtet. Das ist scheinbar immer DIE Attraktion. Ausser einem Briten sind alles Franzosen in dieser einen Klasse. Hätte nicht gedacht, dass ich jemals nach England gehen würde um französisch zu lernen. Man hat mir gesagt dass es nur von Vorteil sei an dieser Schule das Französisch etwas zu kennen. Die Gründe dafür sind mir längst klar.
Ständig sehe ich merkwürdige Dinge auf der Strasse passieren. Vorhin parkierte eine ältere Dame ihren Wagen am Strassenrand, stieg aus, verriegelte die Türen. Dann ging sie zum Vorderrad, nahm kräftig Anlauf und "ginggte" mit voller Wucht zweimal gegen die Radkappe. Dann fluchte sie noch irgend etwas und verschwand im Laden.
Am Nachmittag wollte ich dann mal das iBook in der guten Stube aufladen. Ich bemerkte dass die Steckdose stromlos war. Ganz selbstverständlich ging ich also zum Sicherungskasten (eigentlich eine vertikal montierte Blechschiene, die geschickt hinter einem Stück Holz direkt im Eingangsbereich verborgen ist) und legte den einzigen Hebel um, der auf OFF war. Da fängt es doch aus dem Wohnzimmer an zu bräseln und will gar nicht aufhören. Ich nichts wie hin zur Dose. Diese knistert seelenrugig wie ein britischer Teekocher vor sich hin. Und kein Automat der auslöst, merkwürdig. Ich bediente mich danach gleich dem Essbesteck meiner mitbewohner (meins ist ja neu, dass darf nicht bereits jetzt missbraucht werden) und öffnete die Dose um nach den Kontaktstellen zu sehen. Das Problem war rasch behoben, allerdings begann es bald zu regnen und da tropfte es doch tatsächlich den Kabelkanal entlang in die Dose runter. Ein elektrisierendes Argument , das Notebook doch im Zimmer oben aufzuladen...
Wünsche einen angenehmen Abend! Auf bald...
Da wir heute frei haben um noch eine ganz Liste an Dingen zu organisieren, hab ich etwas ausgeschlafen. Danach ging ich in die Stadt. Mir fehlte noch ein Ordner, ein Pinsel, ein Stück Seife, eine Schürze, ein Minenbleistift (auf englisch: mechanischer Bleistift) und ein Stück Kunststoff um eine kleine Geigenschablone für Anschauungszwecke nachzubilden. Beim Einkaufen traf ich Lucy. Sie ist Französin und auch in meiner Klasse. Sie hat sowas wie Innenarchitektur studiert und zuletzt Prototypen für eine Möbelfirma in Paris hergestellt. Wir haben uns bei einem Blätterteig-mit-Gemüse-was-auch-immer am Rande des Marktplatzes darüber unterhalten, wie es dazu kam, einfach alles hinzuschmeissen und sich etwas ganz Neuem zu widmen. Dabei ging es auch um die Angst vor dem Schritt aus einer klar strukturierten Lebenssituation heraus einfach wegzugehen und neu zu beginnen. An einem Ort, den man nicht kennt, mit Leuten aus anderen Kulturen (nicht zu unterschätzender Punkt), wo man eine andere Sprache spricht, andere Gewohnheiten pflegt. Eigentlich ein Sprung ins kalte Wasser ( à-pro-pos: wir haben einen Surfer in der Klasse, der jeweils oben in Schottland surft!!).
Anschliessend haben wir die Neuankömmlinge des Foundation-Cours (die ganz Neuen) etwas begutachtet. Das ist scheinbar immer DIE Attraktion. Ausser einem Briten sind alles Franzosen in dieser einen Klasse. Hätte nicht gedacht, dass ich jemals nach England gehen würde um französisch zu lernen. Man hat mir gesagt dass es nur von Vorteil sei an dieser Schule das Französisch etwas zu kennen. Die Gründe dafür sind mir längst klar.
Ständig sehe ich merkwürdige Dinge auf der Strasse passieren. Vorhin parkierte eine ältere Dame ihren Wagen am Strassenrand, stieg aus, verriegelte die Türen. Dann ging sie zum Vorderrad, nahm kräftig Anlauf und "ginggte" mit voller Wucht zweimal gegen die Radkappe. Dann fluchte sie noch irgend etwas und verschwand im Laden.
Am Nachmittag wollte ich dann mal das iBook in der guten Stube aufladen. Ich bemerkte dass die Steckdose stromlos war. Ganz selbstverständlich ging ich also zum Sicherungskasten (eigentlich eine vertikal montierte Blechschiene, die geschickt hinter einem Stück Holz direkt im Eingangsbereich verborgen ist) und legte den einzigen Hebel um, der auf OFF war. Da fängt es doch aus dem Wohnzimmer an zu bräseln und will gar nicht aufhören. Ich nichts wie hin zur Dose. Diese knistert seelenrugig wie ein britischer Teekocher vor sich hin. Und kein Automat der auslöst, merkwürdig. Ich bediente mich danach gleich dem Essbesteck meiner mitbewohner (meins ist ja neu, dass darf nicht bereits jetzt missbraucht werden) und öffnete die Dose um nach den Kontaktstellen zu sehen. Das Problem war rasch behoben, allerdings begann es bald zu regnen und da tropfte es doch tatsächlich den Kabelkanal entlang in die Dose runter. Ein elektrisierendes Argument , das Notebook doch im Zimmer oben aufzuladen...
Wünsche einen angenehmen Abend! Auf bald...
Montag, 1. September 2008
003 Heute gehts also los
Hier in meinem Viertel wird immer montags der Müll abgeholt. Es gibt einen grauen Container (Papier, Blech, Plastik) und einen grünen (Abfall, Kompost, etc..). Beide sind momentan randvoll. Diese Container werden alternierend geleert. Heute wäre der Graue dran gewesen. Man hat mir gesagt, dass die Abfuhr immer ganz früh komme. Als ich mir also so gegen 9AM meinen Kaffee machte, sah ichganz entrüstet, dass niemand den Container rausgestellt hatte. Jedenfalls bemerkte ich später im Zimmer oben, dass da ein Lastwagen mit Männergeschrei die Strasse entlang fuhr. Ich schaute kurz aus dem Fenster und sah die Müllabfuhr. Also nichts wie runter, in den kleinen Hinterhof, den Container schnappen und.... nein, wieso ist da dieses Tor verschlossen? Ein riesiges Bügelschloss glänzte mir entgegen, dass seiner Dimension nach ein Törchen wie dieses gar nicht schmücken dürfte. Ein starker Fusstritt würde reichen um die ganze Mauer einzutreten. Wie dem auch sei, ich rannte in die Küche und suchte einen Schlüsel (im Hintergrund die Stimmen der rufenden Männer immer leiser werdend) aber da ein Schlüssel, rannte raus, passt nicht, wieder rein, einen Zweiten gefunden, dieser passt. Die Stimmen waren kaum noch zu hören... Ich entriegelte das Hochsicherheits-Mülldepot-Törchen und stürmte auf die Strasse (also das wollte ich) aber da hat ein Auto quer vor den Ausgang parkiert. Die Müllabfuhr setzte am Ende der Strasse bereits zur Kurve an als ein hilfsbereiter Brite meinen kläglichen Versuch den Müllwagen noch zu erwischen sah und dem Chauffeur freundlicherweise ein Zeichen gab. Ich umschiffte also vorsichtig das geparkte Auto und rannte mit samt dem Müllcontainer und einem überglücklichen Gesichtsausdruck dem stinkenden Vehikel entgegen. Meine Müllevakuierung nahm also ein glückliches Ende... alte Schweed!
Tja um zwei Uhr betrat ich zusammen mit 13 anderen Studenten aus England, Frankreich, Schottland, Deutschand und Japan das Unterrichtszimmer. Drei erwartungsvolle Herren schauten uns etwas ungläubig an. Es sah fast so aus als wollten sie uns fragen ob wir denn sicher seinen hier mitzumachen. Jedenfalls erhielten wir eine etwas spezielle (ich möchte sagen britische) Einführung über den Verlauf der bevorstehenden Jahre. So wie es klang, ist für die Lehrer der schlimmste Part immer das Administrative. Anscheinend wechselt das Schulsystem öfter als die Lehrer und das scheint zuweilen recht mühsam zu sein. Wir haben dann noch so ein "Kennenlern-Ründchen" veranstaltet. Das finde ich immer höchst spannend. Ist doch immer allen voll peinlich und die "Ausländer" (bin ja jetzt auch einer) sprechen so lustig... Unser Japaner hat wohl noch etwas Schwierigkeiten mit sprechen und verstehen. Schreiben kann er eigentlich ganz gut. Die Franzosen dominieren anzahlmässig in unserer Klasse. Wir haben zwei richtig alte Studenten, beides Briten. Die Eine hat einen 27-jährigen Sohn, der Andere könnte ihr Vater sein =) bin also sehr gespannt auf den interkulturellen Austausch. Es scheint dass ich der erste Schweizer bin, der überhaupt an der Schule studiert. Auch die Sache mit den Bilateralen Verträgen haben die noch nicht richtig verstanden. Wenn ich Glück habe, dann kann ich sogar gratis studieren. Muss anscheinend noch vor einen Ausschuss treten und vorsprechen. Unser Lehrer, Robert Cain, wird uns jetzt 3 Jahre lang begleiten. Es gibt 7 Klassen und somit 7 Lehrer an der Schule. Die allgemeine Stimmung scheint sehr entspannt und freundlich zu sein. In meiner Klasse hat nur der eine Schotte einen technischen Hintergrund. Die Anderen sind alle Kunststudenten oder haben was mit Musik oder Literatur am Hut. Bin so gespannt auf die Gespräche und die unterschiedlichen Ansichten.
Nach dem Ausfüllen des extrem verwirrenden "Student Entry Form" wurden wir mit Donut und Apfelsaft entlassen. Die Briten halten nicht viel von ihrem Government (Regierung). Soviel steht fest.
Übrigens: ich war kurz einkaufen bei Mirrisons (Supermarktkett im UK). Hab nach Leber gesucht, weil billig. Da Stand auf der Packung: OX LIVER. Hab einen Angestellten gefragt was denn "OX" bedeute. Er meinte das sei sowas wie ne Kuh, aber er war sich nicht sicher. Hat also noch einen gefragt und das hat noch ein Kunde mitbekommen und schlussendlich war da ne richtige öffentliche Diskussion über diese Kuh oder nicht Kuh. Jedenfalls haben sich dann alle darauf geeinigt dass es sich hierbei um einen Stier handelt, der nicht mehr zeugungsfähig ist (samt Illustration natürlich). Zu deutsch: ein Ochse. Da hätte ich auch selbst drauf kommen können oder?
Es grüsst freundlich aus dem verregneten England...
Eueg Gabriel
Tja um zwei Uhr betrat ich zusammen mit 13 anderen Studenten aus England, Frankreich, Schottland, Deutschand und Japan das Unterrichtszimmer. Drei erwartungsvolle Herren schauten uns etwas ungläubig an. Es sah fast so aus als wollten sie uns fragen ob wir denn sicher seinen hier mitzumachen. Jedenfalls erhielten wir eine etwas spezielle (ich möchte sagen britische) Einführung über den Verlauf der bevorstehenden Jahre. So wie es klang, ist für die Lehrer der schlimmste Part immer das Administrative. Anscheinend wechselt das Schulsystem öfter als die Lehrer und das scheint zuweilen recht mühsam zu sein. Wir haben dann noch so ein "Kennenlern-Ründchen" veranstaltet. Das finde ich immer höchst spannend. Ist doch immer allen voll peinlich und die "Ausländer" (bin ja jetzt auch einer) sprechen so lustig... Unser Japaner hat wohl noch etwas Schwierigkeiten mit sprechen und verstehen. Schreiben kann er eigentlich ganz gut. Die Franzosen dominieren anzahlmässig in unserer Klasse. Wir haben zwei richtig alte Studenten, beides Briten. Die Eine hat einen 27-jährigen Sohn, der Andere könnte ihr Vater sein =) bin also sehr gespannt auf den interkulturellen Austausch. Es scheint dass ich der erste Schweizer bin, der überhaupt an der Schule studiert. Auch die Sache mit den Bilateralen Verträgen haben die noch nicht richtig verstanden. Wenn ich Glück habe, dann kann ich sogar gratis studieren. Muss anscheinend noch vor einen Ausschuss treten und vorsprechen. Unser Lehrer, Robert Cain, wird uns jetzt 3 Jahre lang begleiten. Es gibt 7 Klassen und somit 7 Lehrer an der Schule. Die allgemeine Stimmung scheint sehr entspannt und freundlich zu sein. In meiner Klasse hat nur der eine Schotte einen technischen Hintergrund. Die Anderen sind alle Kunststudenten oder haben was mit Musik oder Literatur am Hut. Bin so gespannt auf die Gespräche und die unterschiedlichen Ansichten.
Nach dem Ausfüllen des extrem verwirrenden "Student Entry Form" wurden wir mit Donut und Apfelsaft entlassen. Die Briten halten nicht viel von ihrem Government (Regierung). Soviel steht fest.
Übrigens: ich war kurz einkaufen bei Mirrisons (Supermarktkett im UK). Hab nach Leber gesucht, weil billig. Da Stand auf der Packung: OX LIVER. Hab einen Angestellten gefragt was denn "OX" bedeute. Er meinte das sei sowas wie ne Kuh, aber er war sich nicht sicher. Hat also noch einen gefragt und das hat noch ein Kunde mitbekommen und schlussendlich war da ne richtige öffentliche Diskussion über diese Kuh oder nicht Kuh. Jedenfalls haben sich dann alle darauf geeinigt dass es sich hierbei um einen Stier handelt, der nicht mehr zeugungsfähig ist (samt Illustration natürlich). Zu deutsch: ein Ochse. Da hätte ich auch selbst drauf kommen können oder?
Es grüsst freundlich aus dem verregneten England...
Eueg Gabriel