Montag, 9. März 2009

034 Tag der "British Violin Making Association"

Liebe Freunde

Heute waren wir mit einem Car des College in London am legendären BVMA-Day. Da kommt alljährlich "Chreeti und Bleeti" zusammen und zeigen was sie zu bieten haben. Die meisten Leute sind Aussteller. Und die meisten derer wiederum sind Geigenbauer, die so ihre Instrumente zeigen und sich mit anderen Bauern austauschen. Dann gibt es auch viele Musiker, die diesem Event beiwohnen und so eine grosse Auswahl an sehr guten Instrumenten auf einem Haufen finden und auch Gelegenheit finden, diese rege auszuprobieren. Einige der Aussteller sind auch Händler. Einer der Händler ist Andreas Pahler aus dem Schwarzwald. Er verkauft gutes Holz. Hab mir eine Cellofront angelacht aber das konnte ich mir einfach nicht leisten (noch nicht). Eine Front - das sind zwei Stücke Holz, Fichte, etwas länger als ein Cellokörper - kostet gut und gerne €220... tja und das ist erst die Front... aber eines Tages...
Jedenfalls ist der Andreas ganz nett und auch sonst hab ich durchwegs positive Begegnungen gehabt. Ein andere interessanter Händler verkauft neuartige Getriebewirbel von Wittner, Deutschland hergestellt. Im Kopf des Wirbels befindet sich ein Untersetzungsgetriebe. Das schmale Stück in der Mitte des Wirbels dreht sich proportional langsamer als der Wirbelkopf. Die beiden Teile links und rechts dieses Stückes stecken fix im sogenannten Wirbelkasten. Ein recht solides System, aber es muss ich auf dem Markt zuerst einmal noch behaupten. Und so sieht es aus:


Und dann hab ich heute an diesem extrem britischen Event drei Schweizer getroffen, unabhängig von einander, unglaublich!! Zuerst war da Hans Ruedi Hösli, der Rektor der Schweizer Geigenbauschule in Brienz. Er war aber als Geigenbauer da und nicht als Schulvorsteher. Wir hatten ein nettes Gespräch. Er konnte sich noch daran erinnern, dass ich ihn vor über 2 Jahren einmal besucht habe, wo es um die Wahl der Schule ging. Wir haben uns ein wenig ausgetauscht, war recht interessant. Etwas später hab ich jemanden Hochdeutsch sprechen hören mit einem starken schweizer Akzent. Da hatte ich so Freude, dass ich mich ihr gerade vorgestellt habe. Der junge Geigenbauer aus Bern war gerade 2 Jahre in Seoul in einer Werkstatt und hat jetzt ganz frisch Wurzeln in London geschlagen. Vielleicht kommt er mich mal besuchen oben im Newark. Die dritte Begegnung war noch unerwarteter und zwar kam die Person auf mich zu als ich friedlich und guter Dinge gegen Ende des Anlasses nochmals durch die Räume wandelte um den "Spitit" einzufangen. Da kommt plötzlich eine junge Frau auf mich zu und sagt:"Hey, dich käni doch! Du heissisch nöd Gabriel..." Es war Oriana, die ich vor etwa 3 Jahren zum letzten Mal gesehen habe und auch da kaum kannte. Sie hat in London Geige studiert und ist jetzt mit einem Spanier liiert der im LSO (London Symphony Orchestra) spielt. Was für ein Zufall. Wir hatten einen riesen Spass und in Schweizerdeutsch zu unterhalten. Man muss gar nicht immer auf Flughäfen gehen um spannendes zu erleben...! Hier einige Impressionen:



Liebe Grüsse

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