Liebe Freunde
War gerade zum Tee eingeladen bei Catherine Llewellyn-Jones. Llewellyn ist der Walisischer Vorname ihres Ur-Ur-.....Grossvaters. Anscheinend hat der da hinten in Wales mal viel bewegt und die haben ihm ein Denkmal gestiftet. Allerdings haben die gedacht, dass sein Nachname Llewellyn-Jones sei und deswegen tragen jetzt alle Nachkommen als Nachnaneme den kompletten Namen ihres Ur-Ur...Grossvaters, lustig oder? Jedenfalls ist Catherine eine interessante Persönlichkeit. Sie studiert Mathe in Leicester (sprich Lester) und spielt Kontrabass in diversen Bands. Ihre Mutter lebt auf einem Hausboot und verbrachte anscheinend einige Zeit in Afrika (vor ca 40 Jahren, das war noch n Ding!). Ihr Cousin lebt(e) in Davos wo er jeden Tag(!) im See schwimmen geht. Also eine "crazy family". Sie hat sich vor einigen Jahren ein Haus gekauft mit einem Garten mit der Grundfläche 3x60m, ohne Kohl. Ein Tisch hat kaum Platz in der Breite, aber der Garten ist lang genug um einen gemütlichen Spaziergang zu unternehmen. Das schöne am Leben hier ist auch, dass alle Studenten an einem anderen Ort wohnen und man somit die Gelegenheit bekommt die unterschiedlichsten Wohnungen zu Gesicht zu bekommen. Die meisten sind recht eng und verwinkelt gestaltet. Einige haben trotzdem noch ein funktionstüchtiges Kamin! Das ist dann schon sehr gemütlich.
Gestern Abend hatte ich 4 Gäste zu Besuch. Eigentlich ist unsere Küche gerade mal für zwei Personen angelegt, aber gestern assen wir zu sechst darin!! Die einen assen am Stehtisch, der Rest auf/an der Küchenablage. Die Mehrheit waren Franzosen, also gutes Essen gewöhnt, deshalb hab ich mich etwas ins Zeug gelegt. Hab ein RoastBeef präpariert, dazu gabs meine berüchtigten Rosmarin-Kartoffeln wie sie Helio so liebt und einen Tomaten-Mozarella-Salat. Als Vorspeise hab ich eine nicht wirklich reife Avocado in kleine Stücklein geschnitten, dazu rohe Tunfisch-Würfelchen, den Saft einer halben Zitrone und reichlich Salz und Pfeffer gegeben. Alles vermischt gab ein adäquates hors-d'œuvre. Die Franzosen haben geschwärmt. Als ich dann am Schluss noch ein Käseplättchen mit frisch gebackener Foccacia aufgetischt habe, waren alle vollends glücklich. Ich koche gerne für Gäste...Müsst halt mal vorbei kommen, haha!
Der Toolmakeing Cours (Werkzeuge selber machen) macht mir sehr Spass. Wegen meiner beruflichen Herkunft sind mir hier die meisten Maschinen recht vertraut. Deshalb bin ich wiederum recht schnell und deshalb hab ich beschlossen alle Werkzeuge 2x zu machen. Das Material wird uns ja zur Verfügung gestellt und die Zeit haben wir sowieso. Da wir am Freitag recht viele Leute sind, versuche ich in den Donnerstagskurs zu wechseln, da dann nur etwa 5 Studenten anwesend sind und die Lehrer somit mehr Zeit zur individuellen Betreuung haben. Mal schauen ob ich das mit meinem derzeitigen Stundenplan irgendwie schaukeln kann.
Wenn ich während der Schule etwas Zeit habe (manchmal müssen wir bis zu 30 Minuten auf den Technician warten) dann schnuppere ich ein wenig bei den 2.- und 3.-jährlern herum. Im zweiten Jahr lernen wir vor allem Restaurieren, Retouchieren und Reparieren. Ein wichtiger Punt dabei ist dann auch das Lackieren. Anscheinend eine knifflige Sache. Viele Gütterchen und Fläschchen stehen da herum. Auch künstlich erzeugtes UV-Licht zur Beschleunigung des Bräunungsprozesses des Holzes wird eingesetzt. Im dritten Jahr wird von den Studenten entweder zwei Geigen und eine Vordiplomgeige oder eine Geige und eine Bratsche oder ein Cello erwartet. Am liebsten würde ich natürlich eine Bratsche und ein Cello bauen um die komplette Familie beisammen zu haben. Mal schauen wies sich entwickelt. Jedenfalls ist das Reparatur-Handwerk bei Geigenbauern, das Know-How so zusagen, enorm wichtig. Es gibt viele Möglichkeiten sich als Geigenbauer auf dem Markt zu platzieren. Die wenigsten leben vom Bau der Geigen allein. Einige wollen nur mit Profimusikern arbeiten und haben nur eine Werkstatt. Einige spezialisieren sich auf das Restaurieren wertvoller Instrumente. Andere wieder wenden sich dem Handel zu (macht mich gar nicht an). Sichtbar für die Öffentlichkeit sind wohl diejenigen mit einem eigenen Ladenlokal. Wir haben in der Schule das Fach "Business Studies" und dabei gehts auch darum etwas über die Marktwirtschaftlichen Seiten des Jobs in Erfahrung zu bringen. Ich finde es recht gut, dass an der Schule darüber berichtet wird. Ich denke dass doch einige Leute hier die Tendenz haben nicht so 100%ig in der harten Realität zu leben. Vielleicht ist das ja auch gut und wichtig?! Jedenfalls gefällt mir das Schulkonzept und ich finde es sinnvoll.
So, ich genehmige mir jetzt noch etwas RoastBeef von gestern Abend und verbleibe mit den allerbesten Neue-Woche-Wünschen!
Euer Gabriel
2 Kommentare:
mhhhhh... mir läuft ja nur schon beim lesen das wasser im munde zusammen.... ich komme demnächst vorbei :-)
HaHa
das froit mi natürlich =)
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