Donnerstag, 11. September 2008

010 Vollgas voraus

Liebe Freunde

Heute texte ich mal wieder einige liebevoll zusammengestellte Sätze in den Blog. Einige von Euch schicken mir ganz liebe Kommentare zurück, die mich natürlich sehr aufstellen. Ihr könnt auch hier im Blog Kommentare hinterlassen, die dann alle sehen können. Dazu müsstet Ihr dann jeweils am ende des Blogs auf den Link "x Kommentare" klicken. In dem Feld dass dann erscheint könnt Ihr die Nachricht hinterlassen und dann unten noch den kleinen, runden Knopf, debendem "Name/URL" steht drücken und im Feld Euren Namen eintragen, dann noch auf "VERÖFFENTLICHEN" klicken, das wärs schon.

Max und ich sind fast in jeder freien Minute im Workshop. Wir motivieren uns gegenseitig. Max kommt aus dem Nordwesten Deutschlands. Sein Vater ist Geigenbauer. Er ist erst 21 Jahre jung, recht gross, schlank gebaut und für sein Alter recht reif. Wir sind die einzigen in unserer Klasse (bis jetzt) die so ziemlich Gas geben. Das erklärte Jahresziel (bis Juni 09) ist es eigentlich zwei Geigen zu bauen. Zuerst die Eine schön nach Vorschrift, Schritt für Schritt, inkl. Händchen halten. Die zweit Geige sollte dann selbständig nach diesem Beispiel und anhand der Fehler und dem daraus Gelernten und in kürzerer Zeit gebaut werden, wobei immer wieder betont wird, dass man eine Balance zwischen Qualität und Geschwindigkeit anstreben soll (Effizienz). Es gibt halt da recht grosse Unterschiede schon von der Vorbildung her. Für mich ist diese Schule halt DIE Chance mein Traum zu verwirklichen. Für andere ist es halt vielleicht die Erstausbildung oder das, was sie eben auch noch toll fanden und der Freund gerade sowieso auch Gitarrenbau studiert. Ich hab so das Gefühl, dass die Selbsterwartungen stark auseinander klaffen.
Was ich anstrebe ist das Bauen von zwei Geigen gleichzeitig. Das heisst, alles was ich im Unterricht mit dem Lehrer an der einen Geige lerne, kann ich in der Freizeit 1:1 an meiner zweiten Geige umsetzen. Natürlich bedeutet das eine Menge Mehrarbeit aber wenn ich gewisse Leute so betrachte.... mit übereinandergeschlagenen Beinen und krummer Haltung versuchen sie - eine Nagelfeile in der Hand haltend - an einem 15-fach querverleimten Sperrolz-Formbrett und einem seichten Lächeln im verschlafenen Gesicht (von der gestrigen Party) etwas staubaufwirbelnd die 5mm Material die noch fehlen bis zum Strich loszuwerden. Ich hab ja dann jeweils dieses Problem mit dem ZNS. Anfangs hab ich versucht einigen Tipps zu geben, aber damit positioniere ich mich in einer Ecke wo ich eigentlich gar nicht sein möchte. Jedenfalls versuche ich nach Kräften den "diem" zu "carpen", wenn Ihr wisst was ich meine. Carpe diem heisst übrigens viel eher "pflücke den Tag" als "nutze den Tag", schön oder? Das hab ich natürlich nicht selbst herausgefunden, das hab ich von Marta.

Morgen hab ich zum ersten Mal den "toolmaker"-Kurs. Da lernen wir mit Maschinen umzugehen. Ich hab ihn deshalb belegt, weil wir da gediegene Werkzeuge herstellen können und immerhin das ganze Material umsonst kriegen. Die haben Drehbänke, Fräsen, natürlich Bohrmaschinen und auch eine Hartlöt-Station. Freu mich schon sehr drauf.

Ja und dann ist schon bald wieder Wochenende...heute bin ich über 2 Wochen in England. Bin sehr gespannt, wie ich die Schweiz ende Oktober erleben werde. Mir gehts sehr gut. Allgemein bin ich recht müde nach der Arbeit. Das stetige wechseln der Sprachen ist schon ziemliches Kopftraining. Auch die körperliche Arbeit schlaucht. Hab so einen Hunger wie ich ihn lange nicht mehr verspürt habe. Das ist eigenartig.

Ah noch ne Geschichte. Heute wollte ich etwas Holz kaufen um die zweite Geige zu bauen. Also ging ich zum Neal, dem Techniker, und hab ihm meine Absicht mitgeteilt. Schliesslich hat die Schule einen ganzen Save voll. Daraufhin er: Ah, da müsse ich zuerst zum Sekretariat (anders Gebäude an anderem Ort) um den Holzbeschaffungszettel zu holen. Dieser müsse dann von meinem Lehrer visiert werden. Daraufhin würden wir Holz auslesen gehen in den Save, alles zusammen zählen, und auf den Zettel schreiben. Damit ginge ich dann wieder zum Sekretariat, die verwiesen mich dann an den Enroulment Desk. Dort müsse ich schliesslich meine Student-Card zücken und einige Fragen beantworten. Nach dem Bezahlen bekäme ich eine Quittung und müsse diese dann wieder ihm zurück bringen.
Unterdesen würde der ja alle Zeit der Welt haben, um ne halbe Geige aus meinem Holz zu bauen. Das Gute daran: Man bleibt fit vom Hin und Herrennen. (Ich habs tatsächlich in einem Tag geschafft!)

Wünsche Euch allen einen schönen Abend!

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

hoi-gabriel-mach-weiter-so-gruess-vom-alt-68-er

Anonym hat gesagt…

à propos ständig Hunger haben und so: abgesehen von diesem ominösen „Blätterteig-mit-Gemüse-was-auch-immer“-Ding aus Nr. 4 hast du noch nicht erwähnt, wie du in England kulinarisch über die Runden kommst! Man hört ja so allerlei über die (angeblich) horrible englische Küche. Ich habe mal gelesen, dass die Briten Essig auf ihre Pommes hauen… *würg*